Gerald Marshall

GERALD

1- SEINE KINDHEIT

2- GERALD MARSHALL ON DEATH ROW

 

SEINE KINDHEIT

Ich wurde als Sohn von Johni und Gerald Marshall geboren, beide Drogenabhängig. Ich habe insgesamt drei Geschwister. Ich bin das drittälteste Kind. Während unserer Kindheit gab es Zeiten an den wir tagelang kein Essen hatten. Ich erinnere mich das wir vor Hunger dauernd Säfte aus Resten mischten die wir tranken um das Hungergefühl zu dämpfen. Wir haben den Saft in Kannen Tassen und Gläsern aufbewahrt. Wenn unsere Mutter heim kam zwang sie uns den ganzen Saft zu trinken. Der Saft wurde aus allem hergestellt was wir finden konnten und war ganz sicher nicht gesund für ein Kind.

Dies ist nur eine der schlimmen Erinnerung meiner Kindheit, die dazu führten das meine Mutter das Sorgerecht für uns verlor. Wegen unserer kaputten Kleidung und unsere Bettelbesuche um Essen riefen unsere Nachbarn eines Tages den “Texas Children Protective Service” (CPS), Als CPS kam um uns Kinder abzuholen war unsere Mutter gerade auf einer Drogentour und wir schon für vier Tage alleine Zuhause. Ein Nachbar nam uns zu sich nach Hause und gab uns zu Essen, danach wurden wir mitgenommen.

Kurz nachdem ich von meiner Mutter wegkam mussten meine Geschwister und ich eine Entscheidung treffen : Zusammen bleiben oder getrennt werden. Meine ältere Schwester und ich blieben in Texas da wir darauf hofften zu unserem Vater zu kommen. Mein ältester Bruder und meine jüngste Schwester kamen nach Indiana zu einem Verwandten.

Während dieser Zeit bemühte sich mein Vater um das Sorgerecht. In der Zwischenzeit kamen wir in eine Pflegefamilie. Es war besser als mit meiner Mutter mit Ausnahme der physischen Gewalt . Meine Mutter hat mich nie geschlagen aber aus irgendeinem Gruund taten die Pflegeeltern es. Ich habe das niemals gegenüber Jemandem erwähnt weil wir ja immerhin regelmäßig zu essen bekamen. Glücklicherweise kam ich sehr schnell in ein Heim für Jungen. Das war großartig, Essen und kein Missbrauch. Lange konnte ich dort leider nicht bleiben da meinem Vater das Sorgerecht zugesprochen wurde.

Ich werde die erste Nacht im Heim meines Vaters nie vergessen. Mein Vater hatte mir bei früheren Besuchen immer Geld gegeben und mir fiel auf das etwas fehlte. Eines der älteren Kinder in der Pflegefamilie muss es am Vorabend genommen haben. Einer der Jungen schrieb daraufhin einen Brief in meinem Namen an die Eltern voll mit Vorwürfen und vulgären Ausdrücken. Am nächsten Tag als ich nach Hause kam schien der Tag schön zu werden bis der Telefonanruf kam. Die ehemaligen Pflegeeltern riefen an und erzählten von dem Brief, mein Vater glaubte mir nicht als ich sagte ich wisse nichts darüber und began mich zu schlagen. Das war das erste Mal von vielen Schlägen die noch kommen sollten.

Mein Vater schlug uns viele Male mit einer Gerte. Er schien uns immer Grundlos zu schlagen. Eines Tages schlug er uns mit einem Wasserschaluch, die Striemen waren so stark das die Schule reagierte und wir erneut abgeholt wurden. Von da an kam ich in eine Pflegefamilie im unteren Stadtteil von Houston

Es war eine Afro Amerikanische Familie und größtenteils arm. Die Familie war auf das Geld für die Pflegekinder die sie hatten angewiesen. Insgesamt gab es sechs und für jedes einzelne wurden sie bezahlt. Es war keine Zuhause für ein Kind es ging nur um Geld. Das ist das Zuhause in dem ich aufwachsen sollte bis ich achtzehn war. Als ich elf war began ich mit meiner Pflegemutter zur Bank zu gehen, ich erfuhr wieviel Geld sie für uns Kinder bekam. Es störte mich da sie alles finanziell schlau für Ihre Kinder und Enkelkinder anlegete aber kein Geld für uns Pflegekinder über hatte. Zu dieser Zeit erfuhr ich auch das meine Mutter alle Rechte gegenüber uns Kindern verloren hatte, weil sie es nicht schaffte mit den Drogen aufzuhören. Damals began auch ich zu trinken und Drogen zu nehmen, wenn ich jetzt darüber nachdenke vermute ich, dass ich damit gegen meine Pflegemutter zu rebellieren versuchte.

Als ich schließlich sechzehn wurde bekam ich einen Job bei Popeyes und konnte meine Alkohol und Drogensucht besser finanzieren, ich kaufte mir auch Klamotten und fing an die Schule zu schwänzen, dies führte zu schlechten Noten aber ich schaffte es noch mit siebzehn einen High School Abschluss zu machen.

In der Pflegefamilie wurden die Dinge schnell von schlecht zu katastrophal zwischen mir und meiner Pflegemutter. Mit achtzehn würde der Texanische Staat nicht mehr länger für mich bezahlen somit fing meine Pflegemutter damit an mir zu sagen wie widerlich ich sei und das ich bestimmt eines Tages im Todestrakt enden würde. Sie sagte mir sobald ich achtzehn würde müsste ich ausziehen, Am zehnten Juli 2011 wurde ich dann achtzehn und ging.

Es ist mir wichtig das Sie verstehen das ich nicht versuche meine Kindheit als Entschuldigung dafür zu nehmen das ich heute im Todestrakt bin. Aber es war ein großer Faktor. Ich hoffe das meine Situation aufzeigen wird das die amerikanischen Gefängnisse voll sind mit ehemaligen Pflegekindern. Ein Report zeigt das 69 Prozent der Gefangenen in Kalifornien und Massachusetts ehemalige Pflegekinder sind. Erschreckend ist auch das 50 Prozent der jugendlichen Obdachlosen Ausreißer von Pflegefamilien sind.

Als ich von den Statisiken erfuhr konnte ich verstehen warum ich soviele falsche Entscheidungen traf, ich hoffe ich kann das Thema, Pflegekinder ins Gefängnis, zu schicken in die Öffentlichkeit bringen.

An dem Tag an dem ich achtzehn wurde und die Pflegefamilie verlies packte ich alle meine Sachen in Tüten und setze mich in ein Auto mit meiner Mutter und meinem Cousin. Ich zog bei meiner Mutter, die auch meine Geschiwster bei sich Zuhause hatte, ein. Ich schrieb mich am College ein. Es hielt nicht lange mit meiner Mutter, nach ca einer Woche warf sie mich hinaus. Ich lebte eine Zeitlang auf der Straße. Ich tat Dinge um zu überleben die ich hier nicht aufzählen will. Manchmal fuhr ich den ganzen Tag Metro solange bis Nachts der Bus aufhörte zu fahren. Dann ging ich zu Fuß zurück nach Houston und wartete bis die Busse wieder anfingen zu fahren und fuhr wieder den ganzen Tag herum.

Meine Tante und mein Onkel erlaubten mir bei ihnen zu leben, also began ich mit der Schule und wurde sehr gut. Ich habe zwei Semester abgeschlossen, dann fing es an mit meinem Onkel zu kriseln und er warf mich, trotz Einwänden meiner Tante, hinaus. Ich musste zu einem Freund ziehen. Ich hatte dann einige Jobs während ich mit meinem Freund zusammen lebte. Zu diesem Zeitpunkt war ich 19 und konnte immer noch nicht verstehen was es bedeutete ein erfolgreiches Mitglied der Gesellschaft zu sein

Ich hatte in paar Probleme mit dem Gesetz, keine körperliche Gewalt wie der Staat behauptet, aber nach dem letzten Gesetzeskonflikt war ich auf Bewährung. Da fing es an richtig schlimm zu werden. Der Freund mit dem ich zusammenlebte began mit mir zu streiten und wir beschlossen gemeinsam das es Zeit für mich war auszuziehen. Ich zog bei meiner Schwester ein wo ich erfuhr das ihr die Zwangsräumung drohte. Als ich daran dachte einen Job anzufangen began ich Dinge zu tun die nicht meinem Charakter entsprechen. Ich lebte dort drei Tage bevor ich wegen Kapital Mord verhaftet wurde.

GERALD MARSHALL  ON THE DEATH OF DEATH

Die Käfige die Sie sehen sind die in denen ich seit Jahren lebe, Es sieht ein wenig leer ohne mein gesamtes Zeug aus. When Sie in meinen Käfig hineingehen sehen Sie eine Sammlung von Rechtsbüchern auf dem Schrank. Auf dem unteren Schrank liegt ein Handtuch über dem Schreibtisch damit der Rost nicht auf meine Zeichnungen gelangt. Meine Matratze liegt auf der Pritsche. Wenn ich aufwache falte ich für gewöhnlich meine Matratze dann kann ich eine Seite meiner Pritsche für meine Papiere benutzen. Ich habe eine Leine vom Licht auf dem oberen Schrank bis zum hinteren Fenster, hier hänge ich meine Klamotten hin wenn ich sie gewaschen habe.

In der Box sammle ich normalerweise Papiere oder Essen welches sie im “Commissary” verkaufen. Ich stelle meine Schuhe unter die offene Seite meiner Pritsche. Die meiste Zeit setze ich mich hin um zu schreiben oder zu lesen

Ich bleibe 22 Stunden des Tages in diesem Käfig, 5 Tage die Woche. 5 mal die Woche darf ich 2 Stunden pro Tag raus, an den anderen zwei Tagen bin ich 24 Stunden in meinem Käfig gefangen. Immerhin darf ich jeden Tag duschen. Wenn ich aus dem Käfig rausdarf dann nur in Handschellen, der kleine Schlitz durch den das Essen gereicht wird, wird dafür genutzt das ich mich umdrehe und der Wärter mir die Handschellen anlegen kann.

Es gibt 7 Blöcke mit 84 gleichen Käfigen, in jedem Block sind 6 Sektionen, jeder hat 14 Käfige. Zu meiner linken gibt es einen Käfig, die nummern gehen von 1 bis 84, Ich bin derzeit im 1 Käfig des Zellenblocks.

Jede Sektion hat ihren eigenen Tagesraum, da werden wir die 2 Stunden die wir hinausdürfen hingebracht. Es gibt auch zwei Höfe draußen wo wir Basketball spielen können.

Es gibt nicht viel zu tun außer zu zeichnen, lesen, Briefe bekomen und zu beantworten. Es gibt auch einen Besuchsraum der circa so groß wie ein Schrank ist. Es gibt Glasverschläge dort wo wir Privat telefonieren dürfen, das Gefängnis darf allerdings mithören. Es ist ein würdelose Ort, besonders wenn man nichts hat das einen geistig in Anspruch nimmt. Einige meiner engesten Freunde wurden verrückt, einer kam zurück zu Realität, andere nicht. Einer meiner Freunde hat sich selbst getötet weil er is im texanischen Todestrakt nicht mehr aushielt.

Gerald Marshall From Death Row

September 2010